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Karnivore: Der richtige Umgang mit fleischfressenden Tieren (und Pflanzen)

Karnivore: Der richtige Umgang mit fleischfressenden Tieren (und Pflanzen)

Tiere sind auf bestimmte Ernährungsweisen spezialisiert. Der ganze Körper, von den Zähnen über den Verdauungsapparat bis zum Stoffwechsel, ist an die jeweilige Ernährung angepasst. Manche Tiere ernähren sich ausschliesslich von Pflanzen, andere fressen ausschliesslich Fleisch, sie leben karnivor. Wieder andere sind „Allesfresser“, können sich also mit unterschiedlicher Nahrung versorgen. Doch was bedeutet das in der Tierhaltung? Was sollte man als Besitzer eines karnivoren Tieres (zum Beispiel Hund oder Katze) beachten? Und was ist das Besondere an fleischfressenden Pflanzen? Diese und weitere Fragen beantworten wir dir hier.

Welche Lebewesen sind karnivor?

Karnivor ist ein Fachausdruck aus der Biologie und bedeutet „fleischfressend“. Karnivore Lebewesen ernähren sich also ausschliesslich oder vorrangig von Fleisch. Zu den fleischfressenden Tieren gehören Raubtiere wie Löwen, Wölfe, Adler oder Katzen. Auch Aasfresser wie Geier oder Hyänen gehören zu den Fleischfressern. Und auch Tiere, die sich von Insekten ernähren, gelten als karnivor. Fleischfressende Tierarten gibt es in allen Gattungen, von Säugetieren über Vögel und Fische bis hin zu Reptilien oder auch Insekten. Und: Auch einige Pflanzenarten sind karnivor, zum Beispiel die Venusfliegenfalle oder der Sonnentau.

Welche Fleischfresser kommen in der Tierhaltung vor?

Unter den Haustieren finden sich einige Fleischfresser, allen voran Katzen und Hunde. Aber auch viele Schlangen und andere Exoten sind karnivor. Und dann gibt es in der Tierhaltung noch Allesfresser, die sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung brauchen. Zu ihnen gehören zum Beispiel Hühner, Schweine oder auch Hamster. Die meisten Tiere, die in der Landwirtschaft gehalten werden, sind jedoch Pflanzenfresser: Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen beispielsweise.

Fressen Karnivore ausschliesslich Fleisch?

Nicht alle fleischfressenden Tiere essen ausschliesslich Fleisch. Viele ergänzen ihren Speiseplan durch Pflanzen. Wie gross der pflanzliche Anteil ist, kann sehr unterschiedlich sein:

  • Katzen fressen fast ausschliesslich Fleisch. In der natürlichen Ernährung decken sie ihren Bedarf an pflanzlichen Inhaltsstoffen über den Mageninhalt ihrer Beutetiere. Sie fressen nur hin und wieder etwas Gras, um die Verdauung anzuregen und das Auswürgen von Fellbällen zu erleichtern.
  • Hunde dagegen brauchen mehr pflanzliche Anteile. Ihre Ernährung besteht zu etwa 60 bis 70 Prozent aus Fleisch, der Rest fällt auf Gemüse oder Getreide.

Herkunft und Qualität: Was sollte ich beim Futter von Karnivoren beachten?

Wer einen Fleischfresser zu Hause hält, macht sich früher oder später sicher Gedanken über die Herkunft und Qualität der Fleischprodukte. Diese Tipps helfen dir, eine möglichst gute Entscheidung zu treffen:

  • Woher kommt das Fleisch im Tierfutter? Und unter welchen Bedingungen wurde es hergestellt? Informiere dich beim Hersteller über die Herkunft und Haltungsbedingungen in der Produktion! Ein Biosiegel kann dir gute Orientierung geben. Es sichert dir eine bessere Tierhaltung bei der Fleischproduktion zu.
  • Wenn du deine Katze oder deinen Hund so natürlich wie möglich ernähren möchtest, solltest du dich mit dem Begriff „BARF“ auseinandersetzen. Dabei handelt es sich um eine Ernährungsform, die vor allem auf frischem, rohem Fleisch basiert. Du brauchst für diese natürliche Ernährung allerdings einiges an Hintergrundwissen. Zum Beispiel musst du wissen, in welchem Umfang du Fleisch und pflanzliches Futter kombinieren musst.

Kann ich Karnivoren auch vegetarisch oder sogar vegan ernähren?

Manche Menschen fragen sich, ob man einen Fleischfresser in der Tierhaltung nicht auch vegetarisch oder sogar vegan ernähren kann. Die Meinungen gehen hier sehr stark auseinander. Viele halten es für nicht artgerecht, wenn ein fleischfressendes Tier ausschliesslich mit veganen oder vegetarischen Alternativen gefüttert wird. Andere haben gute Erfahrung damit gemacht. Wenn du mit einer pflanzlichen Ernährung für Karnivore experimentieren willst, solltest du dich auf jeden Fall sehr gut informieren. Halte ausserdem enge Rücksprache mit deinem Tierarzt! Nur so kannst du sichergehen, dass dein Haustier keine Mangelerscheinungen oder andere gesundheitliche Probleme bekommt.

Was muss ich bei der Pflege von fleischfressenden Pflanzen beachten?

Einige fleischfressende Pflanzen eignen sich gut für die Wohnung und sind beliebte Zimmerpflanzen. Dazu gehören zum Beispiel die Venusfliegenfalle, der Sonnentau oder das Fettkraut. Extra füttern musst du eine fleischfressende Pflanze normalerweise nicht. Sie fangen Insekten aus dem Zimmer und kommen in der nährstoffreichen Pflanzenerde auch gut ohne tierische Nahrung aus. Das solltest du bei der Pflege beachten:

  1. Fleischfressende Pflanzen vertragen keine normale Blumenerde. Nutze deshalb Spezialerde, die für fleischfressende Pflanzen entwickelt wurde.
  2. Deine karnivoren Pflanzen brauchen viel Wasser. Achte darauf, dass sie nicht austrocken! Giesse sie am besten mit Regenwasser. Leitungswasser ist den Pflanzen oft zu kalkhaltig.
  3. Am wohlsten fühlen sich die Karnivoren in hohen Gläsern, in denen sich die Luftfeuchtigkeit gut hält.
  4. Stelle eine fleischfressende Pflanze nie auf die Heizung, dort ist die Luft zu trocken.
  5. Verzichte auf Dünger! Setze die Pflanze einfach einmal im Jahr in frische Karnivorenerde.

Ist der Mensch karnivor?

Der Mensch ist auf tierische und pflanzliche Nahrung ausgelegt und damit biologisch gesehen ein Allesfresser. Er kommt allerdings auch wunderbar ohne Fleisch aus. Ein Zuviel an Fleisch, kombiniert mit einer bewegungsarmen Lebensführung, führt hingegen zu Übergewicht und Erkrankungen wie etwa Gicht.

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